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26.09.2019, Hof

Tiergestütze Therapie in der Palliativmedizin am Sana Klinikum Hof

Dem Tag mehr Lebensfreude schenken

v. l. Birgit Cronenberg, Dr. Silke Pietsch, Anna Grimm und Therapiehund Frieda

Eigentlich dachte Anna-Maria Grimm, Patientin der Palliativstation am Sana Klinikum Hof, dass sie nun nicht mehr viel Zeit hätte. Mit einer unklaren Bauchschwellung wurde sie in die Klinik eingeliefert. Zwei Tumordiagnosen standen im Raum. „Mein Bauch tat mir sehr weh, ich wollte nur noch einschlafen.“ Untersucht werden wollte sie nicht mehr und eigentlich auch nicht viel reden. „Oftmals ist es schwierig einen Zugang zu Patienten zu finden, die sich in einer aussichtlosen Lebenslage befinden. Hier ist viel Fingerspitzengefühl gefragt – vor allem, wenn man weiß, dass eine Untersuchung und entsprechende Behandlungen, die Lebensqualität der Patienten verbessern können“, sagt Dr. med. Silke Pietsch, Sektionsleiterin der Palliativstation. Gemeinsam mit Therapeutin Birgit Cronenberg ging sie auf neue Art und Weise auf die Patientin zu.
Die 80-jährige Hoferin lag in ihrem Patientenzimmer, als die Tür aufging, Birgit Cronenberg hereinkam und eine weiße Decke in eine Ecke des Zimmers legte. Ich dachte: Nanu - bringt sie heute ein Baby mit? erzählt die ältere Dame. Aber nein weit gefehlt. „Plötzlich tapste, auf samtweichen großen Pfoten, Frieda ins Zimmer. Sie kam zu meinem Bett, blickte mich aus ihren warmen dunkelbraunen Augen an – und schon war es um mich geschehen.“ Anna-Maria Grimm, die sonst Angst vor Hunden hatte, konnte es kaum fassen. Mit leuchtenden Augen und einem seligen Lächeln im Gesicht sagt sie: „Es war Liebe auf den ersten Blick, wie bei meinem Mann vor 52 Jahren im Tanzsaal.“

Frieda, die zweijährige Goldendoodle Hundedame, kommt seit Ende letzten Jahres, jeden Dienstag auf die Palliativstation. Wie ein kuscheliges weißes Wolkenschaf sieht sie aus, liegt brav auf ihrer Decke. Kontakt nimmt sie erst auf, wenn Birgit Cronenberg es ihr erlaubt. Die tiergestützte Therapie ist ein komplementäres Behandlungsverfahren, bei dem der psychologische Effekt im Vordergrund steht. Sie zielt im Wesentlichen auf die Lebensqualität von Menschen mit stark einschränkenden und leidvollen Symptomen ab. Im Allgemeinen hat sie die Verbesserung des Wohlbefindens, die Schmerz- und Angstreduktion und die Kommunikationsförderung zum Ziel. „Die tiergestützte Therapie bietet dem Patienten die Möglichkeit, in einem geschützten Rahmen, Wertschätzung und Selbstwirksamkeit zu erfahren“, berichtet Birgit Cronenberg. Die ausgebildete Psychologin schätzt die Anwesenheit des Hundes - durch ihn wird eine entspannte und beruhigende Atmosphäre geschaffen. „Man kommt über den Hund ins Gespräch, deckt Ressourcen auf und kann diese aktivieren. Er dient sozusagen als vermittelndes Medium zwischen Patient und Psychologin – auch die Angehörigen lassen sich so leichter in den Krankheitsverlauf einbinden.“
In punkto Hygiene gibt es keinen Grund zur Sorge - Frieda ist geimpft und darf nur über die Terrasse die Palliativstation betreten. Die tiergestützte Therapie im palliativmedizinischen Kontext steht unter dem Leitgedanken der Hospizidee: „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu schenken geben, sondern den Tagen mehr Leben.“ (Cicely Saunders).
Sektionsleiterin Dr. Pietsch ist sehr dankbar über das neue Therapieangebot, dass ihren Patienten zu Gute kommt. „Wir verstehen unsere Palliativstation als einen Ort zum Leben. Wir behandeln Patienten mit unheilbaren, lebensbedrohlichen Erkrankungen, die eine schwere Symptomlast haben. In unserer ganzheitlichen Arbeit ist es uns wichtig, Beschwerden und Probleme zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Dazu gehört auch, die Menschen im Umgang mit der veränderten Lebenssituation zu unterstützen. Unser Ziel ist es, dass unsere Patienten nach Möglichkeit in ihre häusliche Umgebung zurückkehren können. „Unser Ziel ist es, unsere Patienten nach Möglichkeit in ihre häusliche Umgebung zurückkehren zu lassen. Die Station ist aber auch ein Ort, an dem, wenn dafür die Zeit gekommen ist, Sterben zugelassen wird.

Im Fall von Anna-Maria Grimm konnte durch die Begegnung mit Frida ein Zugang zur Patientin gefunden werden. Nach eingehender Untersuchung wurde festgestellt, dass durch eine OP nicht nur ihre Lebensqualität verbessert, sondern auch ihre Lebenswertwartung von ein paar Monaten auf vorrausichtlich mehrere Jahre verlängert werden konnte. Über die Begegnung mit Frida ist Anna-Maria Grimm überglücklich. „Da musste ich erst 80 Jahre werden, um so etwas zu erleben. Heute sei sie sehr froh, den Rat der Ärzte zu einer OP angenommen zu haben.

Über das Sana Klinikum Hof
Das Sana Klinikum Hof gehört mit seinen 465 vollstationären Betten und 22 teilstationären Plätzen zu den größten somatischen Akutkrankenhäusern in Bayern. In mehr als fünfzehn Fachabteilungen behandelt das Haus der Schwerpunktversorgung jährlich etwa 24.000 stationäre und 45.000 ambulante Patienten.

Kontakt

Anja Kley
Leitung Marketing, PR und Unternehmenskommunikation
Sana Klinikum Hof GmbH
Eppenreuther Str. 9, 95032 Hof
Tel.: (+49) 0 92 81 / 98 - 3341
anja.kley@sana.de | http://www.sana-klinikum-hof.de