Volksleiden Stuhlinkontinenz
Oft sind es die kleinen Dinge des Alltags, die die meisten Probleme verursachen. „Da geht es schon los, wenn du unterwegs die Windel wechseln musst, weil sie mal wieder "voll" ist. Wenn dir dann noch so ein Missgeschick im Beruf bei einer Besprechung zum Beispiel passiert, kommst Du sehr schnell in peinliche Situationen“, berichtet ein Betroffener im Forum des Selbsthilfeverbands Stuhlinkontinenz e.V.
Schätzungen zufolge leiden 10 Prozent der über 45-Jährigen unter Inkontinenz. Häufige Ursachen sind Verletzungen des Schließmuskels (oft im Rahmen von Entbindungen), Entzündungen der Analregion sowie altersbedingt nachlassende Muskelkraft. Mangelnde Versorgung, Schamgefühle und Immobilität führen die Betroffenen nicht selten in völlige soziale Isolation.
In den letzten Jahren entstand ein differenziertes System von konservativen und operativen Behandlungsverfahren für die Stuhlinkontinenz. Auch ohne Operation lässt sich meist eine Besserung erreichen. Zu diesen konservativen Maßnahmen zählen Beckenbodengymnastik, Darmspülungen (Irrigation) und Schließmuskeltraining (Biofeedback).
In schweren Fällen wird eine Operation notwendig. Ein modernes, schonendes Vorgehen ist die Sakralnervstimulation. Dabei wird eine Art Schrittmacher eingepflanzt, der die Nerven des Schließmuskels anregt. Ein anderes Verfahren greift, wenn der Schließmuskel weitgehend zerstört ist. Dann kann der Chirurg durch die Verpflanzung eines kleinen Muskels vom Oberschenkel einen „neuen Schließmuskel“ konstruieren.
Die Allgemein- und Viszeralchirurgie des Sana Klinikums Hof bietet das gesamte Spektrum der Diagnostik und Therapie von Enddarm-Erkrankungen, inklusive Endoskopie, Endosonographie (Ultraschalluntersuchung von innen) und Manometrie (Druckbestimmung) an. Ein therapeutischer Schwerpunkt ist die Behandlung der Stuhlinkontinenz. Patienten können sich mit einem Einweisungs- bzw. Überweisungsschein in der allgemeinchirurgischen Sprechstunde vorstellen.




